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Verlassenwerden

 


Verlässt uns ein geliebter Mensch, erleben wir meist ein ausserordentlich schmerzhaftes Trauma, einen so heftigen Schmerz, dass wir tief in unserem Innersten erschüttert werden. Oft geschieht dieses Verlassenwerden nach längeren Auseinandersetzungen in der Gemeinschaft, gar nicht selten aber auch "aus heiterem Himmel", ohne vorherige Ankündigung und wir sagen uns: Aber das ist doch der Mensch, den wir immer von ganzem Herzen geliebt haben. Der kann doch nicht fortgehen wollen. Das geht doch gar nicht. Doch, es geht, leider. Der Mensch, den wir lieben wie das Leben und das Universum selbst, will von uns weg, hat oft schon eine neue Partnerin (oder einen neuen Partner) gefunden, mit dem er von jetzt an all das teilen will, was doch eigentlich mal unser Gemeinsames war – ein Gemeinsames, dass wir oft sogar als unser "eigenes Leben" betrachtet und gelebt haben.

Wer verlassen worden ist, kennt deshalb meist panische Zustände der Verzweiflung. Das Verlassenwerden im Erwachsenenalter gleicht nämlich in seinem emotionalen Schmerz der existentiellen Bedrohung der in frühester Kindheit erlebten Trennung von der Mutter. Der Schmerz, der uns durchflutet, wenn der geliebte Partner gegangen ist, aktiviert Erinnerungen aus der Baby-Zeit unseres Lebens und ist damit eine Urangst des Menschen. Denn solange das kleine Kind sich noch nicht als "Selbst" und als "eigen" erlebt (also die Trennung von der Mutter noch nicht vollzogen hat) reagiert es auf Trennung mit Panik und Verzweiflung. Wenn wir als Erwachsene verlassen werden, erleben wir dieses Verlassenwerden trotzdem so heftig wie ein kleines Kind es erleben würde: Die Urangst unseres frühen Lebens schlägt Alarm und hat uns oft für lange Zeit wieder in ihrem Bann.

Uns ist dann nicht nur, als müssten wir sterben. Wir glauben auch, dass die existentielle Einsamkeit, die uns umfangen hält, wenn der geliebte Andere die Tür endgültig hinter sich zugemacht hat, für immer und ewig andauern wird. Denn leider fühlen wir uns in dieser Verlassensituation eben nicht gemäss unseren tatsächlichen Lebensjahren mit all den Handlungsmöglichkeiten und Chancen unseres Erwachsenen-Daseins. Nein. Im ersten Schock der Trennung erleben wir uns wieder als das ganz kleine Kind, das unfähig ist zu handeln und zu begreifen, und für das dieser Zustand die höchste Bedrohung, eine Bedrohung seiner Existenz darstellt. ...

Was deshalb jetzt wichtig ist: Zu lernen, in diesem Kummer das kleine "innere Kind" sozusagen selber in den Arm zu nehmen, zu trösten und sich aufzumachen, die Chancen des Erwachsenen zu erkunden und zu nutzen. Das heisst: Zu lernen, dass wir auch in der Situation des Verlassenwerdens trotz all des Schmerzes, Chancen und Möglichkeiten auf ein neues und schönes, meist sogar schöneres Leben haben. Die amerikanische Therapeutin und Autorin Susan Anderson nennt den Prozess, den man nach dem "Verlassenwordensein" durchschreiten muss, akeru. Sie sagt: "Wenn jemand geht, uns verlässt, dann deutet das japanische Wort akeru auf den leeren Raum hin, der entsteht - die Öffnung, in der ein Neuanfang stattfinden kann. Denn: Wie immer wir uns in der Phase des Verlassenwerdens auch fühlen, das Verlassenwerden dient trotz all der Schmerzen und der Intensität, mit der wir das erleben müssen, als Katalysator für ein tief greifendes persönliches Wachstum". (S. Anderson, "Verliebt - verlassen – wie verwandelt", 2001).

Für diese Wachstumsschritte biete ich Ihnen professionelle Hilfe und Begleitung an, bis Sie wieder festen Boden unter ihren Füssen haben und neue erstrebenswerte Ziele für sich und eine glücklichere Zukunft erkennen können, damit Beruhigung, Gelassenheit und Freude in Ihr Leben zurück kehren können.

 

Psychologische Beratung – Petra H. Marcotty
Josefstrasse 66, 41334 Nettetal, Tel 02153 / 71454, Mobil 0173  749 52 14

Mail-Kontakt: info@ilyssos.de; Internet: www.ilyssos.de

Beratungs-Tätigkeit in den Regionen:
Nettetal, Mönchengladbach, Viersen, Krefeld, Schwalmtal, Niederkrüchten, Kempen, Wesel, Xanten, Kevelaer, Venlo, Düsseldorf-Oberkassel, Düsseldorf

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